AN DER GRONDSCHOUL  Thema:   Nach dem Anfang fragen                  Gerechtigkeit und Partnerschaft in der Einen Welt    Didaktische Begründung  Nach dem Anfang fragen Geschichten vom Anfang werden in allen Kulturkreisen erzählt. Viele dieser Schöpfungsmythen bringen zum Ausdruck, dass hinter der Natur und dem Leben des Menschen eine höhere Macht steht, die dem menschlichen Dasein und der ganzen Schöpfung Sinn gibt. So können die Kinder entdecken, bei aller Verschiedenheit dieser Geschichten, dass dahinter die immer gleichen Fragen stehen: Wem verdankt sich der Mensch, wozu lebt der Mensch? Die Schüler sind dem Schöpfungslied aus der Bibel bereits in Zyklus 2 begegnet und die bisherige Einführung in Sprach- und Symbolmuster ist eine gute Grundlage um die Schöpfungsmythen, insbesondere die biblischen Urgeschichten einzubringen. Dabei haben die biblischen Autoren – wie auch andere Schöpfungserzähler – ihre Vorstellungen über die Weltentstehung in ihre Glaubensaussagen integriert. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass es sich bei den biblischen Schöpfungserzählungen um Dokumente der Glaubenserfahrung Israels handelt, in denen Lob und Dank gegenüber dem Schöpfergott zum Ausdruck kommen. An den biblischen Mythen können die Kinder lernen, die Glaubenszeugnisse früherer Generationen zu verstehen. In diesem Lernprozess wird verdeutlicht, dass Schöpfungsgeschichten und naturwissenschaftliche Kenntnisse in keinem Konkurrenzverhältnis stehen. Angesichts der fortschreitenden Bedrohung der Natur und eines unverantwortlichen Ressourcenverbrauchs in Luxemburg und anderen industrialisierten Ländern sollen Kinder Möglichkeiten entdecken, wie sie eigene kleine Beiträge leisten können, die dazu beitragen, Gottes Schöpfung zu erhalten. Gerechtigkeit und Partnerschaft in der Einen Welt Gerechter Handel(n) Angesichts ungerechter Weltwirtschaftsstrukturen stellt sich die Frage nach einer Perspektive von Gerechtigkeit, die diese Ungleichgewichte sprengt. Nur so lässt sich einer zunehmenden Verarmung Einhalt gebieten, deren Auswirkungen in ausbeuterischer Kinderarbeit gipfelt. Kinder sollen erkennen, dass Zusammenhänge zwischen Wohlstand auf der einen und Armut auf der anderen Seite bestehen und Ansätze einer weltweiten ökonomischen Gerechtigkeit bedenken. Mit den Produkten des fairen Handels bekommt diese weltwirtschaftliche Thematik ein konkretes Gesicht. Die Schüler lernen die Menschen kennen, die Produkte herstellen, die sie tagtäglich konsumieren: Schokolade, Reis, Fußbälle, Bananen… Als Verbraucher können sie ihren Anteil an sozialer Verantwortung übernehmen, die über einer Million Kleinbauern und Plantagenarbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika zu Gute kommen. Dabei erfahren die Schüler ansatzweise, wie der Welthandel funktioniert und welche Alternativen es gibt, in Bezug auf die eignen Gewohnheiten oder durch die Durchführung einer Aktion. Globales Lernen in der Einen Welt zielt auf die Ausbildung individueller und kollektiver Handlungskompetenz im Zeichen weltweiter Solidarität. Es fördert Achtung vor anderen Kulturen, Lebensweisen und Weltsichten, beleuchtet die Voraussetzungen der eigenen Positionen und befähigt dazu, für gemeinsame Probleme zukunftsfähige Lösungen zu finden. Kinderrechte Die Vereinten Nationen sprechen in der Konvention von 1989 Kindern grundlegende Rechte zu. Nicht Überall auf der Welt werden Kinderrechte mit der gleichen Wertigkeit eingelöst. Auch in unserem Land werden verschiedene Kinderrechte nicht immer respektiert. Dies geht aus den Jahresberichten des „Ombudscomité fir d’Rechter vum Kand“ hervor. Nicht nur materielle Bedürfnisse sind zum Leben und Überleben notwendig. Kinder brauchen auch Zuwendung und Geborgenheit. So sind Kinder darauf angewiesen, dass die Erwachsenen ihre elementaren Grundrechte garantieren. Die Kinder sollen ihre Rechte kennen. Darüber hinaus ist es wichtig zu verdeutlichen, dass Rechte auch mit Plichten verbunden sind. Die Schüler sollen sensibilisiert werden, Verantwortung für sich und für andere zu übernehmen. Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe:                         Nach dem Anfang fragen Den Begriff Mythos sprachlich erfassen Grundaussagen der beiden biblischen Schöpfungserzählungen und ausgewählte Schöpfungsmythen anderer Religionen kennen und vergleichen Berichte aus verschiedenen Kulturen über die Erschaffung der Welt und des Menschen deuten und Schlussfolgerungen im Hinblick auf das jeweilige Gottes-, Welt- und Menschenverständnis ziehen Die Schöpfungserzählungen als Glaubenszeugnisse deuten und sie in Bezug zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Weltentstehung setzen Am Beispiel der biblischen Schöpfungserzählungen aufzeigen, warum Gottesglaube und wissenschaftliche Vernunft sich nicht ausschließen An Beispielen (auch aus Luxemburg) zeigen, wie ein (un-)verantwortlicher Lebens- und Konsumstil Auswirkungen auf unsere Umwelt hat An Beispielen zeigen, wie Menschen motiviert sind, Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen Gerechtigkeit und Partnerschaft in der Einen Welt Den Gerechtigkeitsbegriff kontrovers bearbeiten Die Begriffe „fair” und „unfair” erfassen Die Verteilung der Weltbevölkerung auf die verschiedenen Kontinente kennen und die Verteilung des Welteinkommens und Weltverbrauchs (footprint) der Bevölkerung spielerisch erfahren, reflektieren und darstellen Die sozialen und ökologischen Folgen unseres westlichen Konsumhandelns an Beispielen abschätzen und Ansätze eines nachhaltigen Konsumverhaltens entwickeln Die Grundsätze des fairen Handels kennen und anfanghaft Unterschiede zum Welthandel und bestimmten Ausbeutungsformen (Kinderarbeit, gesundheitliche Schäden…) darstellen Die ethnische, kulturelle, ökologische Vielfalt der Einen Welt kennen und einzelne Elemente dazu gestalten Solidarität mit den andern entwickeln und sie bekunden Ausgehend von (im-)materiellen Grundbedürfnissen der Kinder Beispiele von Grundrechten entwickeln Elementare Kinderrechte (Deklaration der Vereinten Nationen) kennen Die Einhaltung der Kinderrechte in verschiedenen Ländern hinterfragen Einen Zusammenhang herstellen zwischen Kinderrechten und Kinderpflichten, um verantwortungsvolles Handeln zu fördern Inhalte und Methoden, die zu den  Kompetenzen hinführen: Nach dem Anfang fragen                                                                                                                                                               (12 Std. Kernthema) Religionen: Schöpfungsmythen Naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung der Welt Evolution und Schöpfungsmythen - (k)ein Widerspruch? Unser Umgang mit Ressourcen ? Gerechtigkeit und Partnerschaft in der Einen Welt                                                                                                             (6 St. Kernt./8 St. Wahlt.) Begriffe Gerechtigkeit – Ungerechtigkeit; fair - unfair Weltkarte des Einkommens und Verbrauchs Auf Kosten anderer leben? Fairer Handel für mehr Gerechtigkeit Materialien von Missio, Brot fÜr die Welt, Bridderlech deelen … (entsprechend der Jahresthemen) oder eigene Materialien Die Kinderrechte in Luxemburg und in der Welt Deklaration der Vereinten Nationen zu den Kinderrechten Amnesty International und UNICEF-Berichte Aktiv für Kinderrechte, aktiv für Kinderpflichten