AN DER GRONDSCHOULDidaktische BegründungGleichsein – Anderssein Die Schüler und Schülerinnen begegnen in ihrer unmittelbaren Umgebung, in ihrer Gemeinde, in der Schule Menschen, die sich von ihnen in Aussehen, Hautfarbe, Kleidung, Fähigkeiten, Verhalten, Wünschen, Zielsetzungen, Ideologien, Religion… unterscheiden. Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede bestimmen das Zusammenleben innerhalb vieler Nationalitäten unseres Landes. Der Reiz, das Fremde kennen lernen zu wollen, führt zu Annäherung und erleichtert die Akzeptanz. Leider gibt es auch eine andere, negative Haltung, die geprägt ist von Vorurteilen und Ablehnung. „Wem bin ich Nächster?“Das Doppelgebot der Liebe und das Gebot der Gastfreundschaft verdeutlichen, dass ich auch Menschen anderer Religionen, Nationalitäten… Nächster bin. Jüdische, christliche und moslemische Überlieferungen weisen darauf hin, dass Fremde Gastfreundschaft, Schutz und Hilfe erfahren sollen: So begegnet Gott uns im Anderen. Gegenseitiges Annehmen, Engagement füreinander sind christliche Grundhaltungen, die im Religionsunterricht gefördert werden und die sich bereichernd auf das Zusammenleben in der Schule auswirken. „Soziale Erziehung, … und religiöse Erziehung greifen ineinander Über und sind in der Sache nicht zu trennen.“ (H. Halbfas) Zusammensein - Regeln und Gebote Regeln und Gebote bilden als Weg-weiser die Voraussetzung für ein Leben in Gemeinschaft. Sie geben einen festen Rahmen, innerhalb dessen Kinder und Jugendliche sich auf der Suche nach der eigenen Identität bewegen können. Die Schüler sollen lebensnah mit den zehn Geboten der Bibel als einem Kern des Gottesglaubens und der jüdisch-christlichen Ethik konfrontiert werden. Das Doppelgebot der Liebe spiegelt beide Aspekte des Dekalogs (Gottes- und Nächstenliebe) wieder. Der zweite Teil des Dekalogs konkretisiert die Goldene Regel: Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihr ihnen! (Mt 7,12). Hinter vielen Geboten stehen Werte, die zum Teil zur Grundlage heutiger Gesetze geworden sind. Interessant ist auch, dass wesentliche Leitlinien religiöser Ethik in ähnlicher Form von vielen Kulturen und Religionen formuliert wurden. Sie sind Garant für ein friedliches Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Die Erzählung von der Heilung der gekrümmten Frau durch Jesus offenbart die vorbehaltlose Liebe Gottes zu den Menschen und zeigt, dass Gesetzesinterpretationen gegen das Gebot der Menschenliebe verstoßen können. Dies fordert auf zu einem kritischen Hinterfragen von Regeln und Geboten im Hinblick auf die Menschlichkeit. Füreinander da sein – Vorbild sein Damit Kinder und Jugendliche ihre eigene Identität entwickeln können, brauchen sie andere Menschen. In der Identifikation, Abgrenzung und Auseinandersetzung mit den Anderen entdecken sie, wie sie werden könnten. Für ihre Entwicklung brauchen Kinder Helden, Idole, Stars und Vorbilder als Spiegel eigener Lebensthemen und Sehnsüchte. Angesichts globaler Verunsicherungen sind „Heros“ notwendig, die stellvertretend zur Vergewisserung beitragen, dass die Welt nicht aus den Fugen gerät, solange es Menschen gibt, die für diese Gesellschaft kämpfen. Zum Erlernen eines achtsamen Handelns im Alltag werden im Unterricht spannende Konflikt- und Entscheidungssituationen von Vorbildern herausgearbeitet, in die sich Schüler „einklinken“ können. Eine persönliche Auseinandersetzung mit fremden Biografien kann bei den Schülern Identität stiften, Mut machen die an sie selbst gestellten Herausforderungen anzugehen und eigenständig begründete Entscheidungen zu treffen. Glaubenszeugen und Heilige, die sich vorbehaltlos in den Dienst der BedÜrftigen stellen faszinieren. Interessant ist die Befragung nach ihrer Motivation und die Übertragbarkeit ins eigene Leben. Durch die Förderung einer aktiven Teilnahme an Hilfsprojekten für Schwache und Benachteiligte, trägt der RU zu einer humanen Schule bei und christliche Nächstenliebe wird gelebt. Die Legende möchte keine historischen Fakten beschreiben, sondern die Sinne öffnen für ihre tiefere existentielle Wahrheit, die so zu Vorbild und Nachfolge anregt. Damit sie nicht als "Kindergeschichte" aus dem eigenen Leben verdrängt wird, soll ein erster Vergleich erfolgen zwischen historischer und legendarischer Darstellung der Ereignisse. So kann die Legende den Schülern Gelegenheit bieten, ihre Lebenserfahrungen, Gefühle, Erinnerungen, Hoffnungen und Ängste mit den Bildern des Textes in Beziehung zu bringen. Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe: Gleichsein - Anderssein •Das „Zusammenleben“ vieler Nationalitäten in Luxemburg wahrnehmen und reflektieren •Sich seines sozialen Umfeldes bewusst werden • Durch den Kontakt mit sprachlicher, ethnischer, kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt seinen Horizont erweitern • Sich weiterentwickeln, um über seinen gegenwärtigen Standpunkt hinauszuwachsen • Interreligiöse Kompetenz als Beitrag zum friedlichen und wertschätzenden Zusammenleben entwickeln • Erkennen, dass Vorurteile gegenüber Andersgläubigen das Zusammenleben beeinträchtigen • Den Respekt gegenüber anderen, den Dialog, die Toleranz und die geistige Offenheit kultivieren • Im Vergleich mit dem barmherzigen Samariter erkennen, dass ich dem Anderen zum Nächsten werden kann • Die kulturell-religiösen Hintergründe der Gastfreundschaft kennen • In der Erzählung von der vorbildlichen Gastfreundschaft Abrahams erkennen, dass Gott uns in dem Fremden begegnen kann • Erkennen, dass Gotteserfahrung in der Begegnung mit Menschen stattfinden kann Zusammensein – Regeln und Gebote • Wahrnehmen dass Regeln und Gebote unser Leben prägen • Die Weiterentwicklung von Regeln Kennen•Die 10 Gebote kennen •Ausgewählte Gebote des Dekalogs als Lebensregeln, Wegweiser für gelingendes Leben in ihrem damaligen wie auch heutigen Kontext deuten • Das DoppeLgebot der Liebe als Zusammenfassung der 10 Gebote (Gottes- und Nächstenliebe) deuten •Bezüge zwischen biblischen Weisungen und anderen Rechtsvorstellungen herstellen: das Recht des Stärkeren, „Aug‘ um Aug‘, 10 Gebote, Goldene Regel, Doppelgebot der Liebe •Erkennen, dass Jesus die Menschenliebe über menschenfeindliche Gesetzesdeutungen stellt • Die „Goldene Regel“ (Mt 7,12) als Weisung in den Weltreligionen entdecken • Aufzeigen, wo in Regeln und Geboten Wegweiser für das eigene Leben zu finden sind • Die Regeln des Gemeinschaftslebens respektieren Füreinander da sein – Vorbild sein • Den Begriff Vorbild verstehen und mit „beeindruckenden“ Personen in Verbindung setzen • Biographien von Frauen und Männer aus verschiedenen Epochen kennen, die ihre Überzeugungen glaubwürdig lebten und leben •Unterscheiden zwischen Vorbildern, die uns durch ihr Äußeres oder ihr Talent beeindrucken und Menschen, die ihr Leben vorbildlich für andere einsetzen •Den Begriff „Heilige“ reflektieren und als Menschen deuten, die Vorbilder im Glauben und in der christlichen Lebensführung sind • An Beispielen von heiligen Menschen erfahren, wie diese das Doppelgebot der Liebe in ihrem Leben realisierten • An Beispiel von Vorbildern und Heiligen eigene Beweggründe und Erfahrungen hinterfragen und Vorstellungen zum eigenen Lebensentwurf entwickeln •In (religiösen) Legenden bildhafte und symbolische Wahrheiten (Glaubenszeugnis) erkennen, verstehen und sie von den entsprechenden historischen Ereignissen (Tatsachenberichten) unterscheiden •Ein Hilfsprojekt planen, gestalten und durchführen Inhalte und Methoden, die zu den Kompetenzen hinführen:Gleichsein – Anderssein (8 Std. Wahlthema) •Diversität, Miteinander Leben in Luxemburg •Statistiken und Grafiken •Im persönlichen Umfeld: Schule, Klasse, Nachbarschaft, Vereine, Glaubensgemeinschaften… • Sprache, Essen, Kleidung, Brauchtum, Musik und Tänze, religiöse Feste… • Einfühlungsübungen, Rollenspiele… •Unterschiedliche Religionen -(k)ein Problem? (siehe auch LB III)•Wer ist Mein Nächster?•Der barmherzige Samariter •Gastfreundschaft •Gott Zu Gast bei Abraham•Ein ganz besonderer Gast Zusammensein – Regeln und Gebote (8 Std. Kernthema / 8 Std. Wahlthema) • Alles geregelt! •Das Recht des Stärkeren •„Aug’ um Aug’ /Zahn um Zahn? •Die Zehn Gebote • Doppelgebot der Liebe •Goldene Regel •Jesu Umgang mit Regeln am Beispiel der Erzählung von der gekrümmten Frau •Die „Goldene Regel“ in den Religionen •Regeln in unserem Leben Füreinander da sein – Vorbild sein (9 Std. Kernthema / 4 Std. Wahlthema) •Vorbilder und Heilige •Zur Auswahl: •Mutter Theresa•Schwester Emmanuelle •DoN Bosco •Gandhi •Martin Luther King •Sophie Scholl •Elisabeth •Hildegard von Bingen•Nikolaus•Damian Deveuster •Ruth Pfau •Franz von Assisi •Dietrich Bonhöffer •Stella Deetjen •local heroes • Die Legende•Durchführung eines Hilfsprojekts