AN DER GRONDSCHOUL  Thema:    Loslassen-Aufbrechen                   Mit Konflikten und Krisen umgehen   Didaktische Begründung Loslassen- Aufbrechen Menschliches Leben ist geprägt von Be-weg-ung. Die Kinder be-wegen und entwickeln sich in ihrem familiären und sozialen Umfeld. Das eigene Leben, den Lebensweg zu reflektieren, ist für Grundschüler eine Herausforderung. Sprachbilder wie: unterwegs, Holzweg, Umweg, Wegbegleiter… weiten den Blick auf das facettenreiche Symbol Weg hin. Voraussetzung um auf dem Weg zu sein, ist ein Los-gehen, ein Los-lassen, ein Auf-brechen. Das Alte Testament erzählt von solchen Erfahrungen. „In den Berufungsgeschichten sind besonders herausgefordert das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Hoffen, dass durch den Einsatz dieser Fähigkeiten ungelebtes Leben Wirklichkeit werden kann.“ (Perrar 1991) Dies wird besonders bei Abraham deutlich, der sich mit Selbst- und Gottvertrauen auf den Weg macht. Sein Glaube wird auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, als er Isaak los-lassen muss. Mose jedoch steht mit seiner inneren Zerrissenheit in einem ganz anderen Spannungsfeld. Auch im Neuen Testament hat der Weg eine bedeutende Rolle. Jesus ist unterwegs – zu und mit - Menschen. Im Johannesevangelium sagt er von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6).Er fordert Menschen auf, - damals wie heute - mit ihm diesen Weg zu gehen: loslassen – in ein neues Leben aufbrechen!   Mit Konflikten und Krisen umgehen Menschliches Leben ist auch gezeichnet von Konflikten und Krisen. Wo unterschiedliche Interessen, Zielsetzungen, Wertvorstellungen von Menschen zusammentreffen, entstehen Konflikte (lat. confligere: zusammentreffen, kämpfen). Sie sind eine Herausforderung sich mit den Vorstellungen des Anderen auseinander zu setzen und Lösungen zu finden. Eine Krise ist eine schwierige Zeit, die den Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt. Oft wird der Wendepunkt zum Positiven erst konstatiert, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde. Konflikte und Krisen beinhalten auch Chancen der persönlichen Weiterentwicklung. Das Alte Testament erzählt von unterschiedlichen Konfliktsituationen und Krisen, die biblische Gestalten (Abraham, Sara, Hagar, Mose, David…) erleben. Es sind dies Grunderfahrungen des Menschseins, die auf die Beziehung zu Gott hin gedeutet werden: Gott segnet, begleitet und errettet nicht nur, sondern er konfrontiert Menschen auch mit Heraus-Forderungen. Schule ist ein wichtiger Lebens- und Lernort, in dem Bewältigungs- und Lösungsstrategien angedacht und praktiziert werden können. Die Schüler erkennen anhand von Beispielen, wie wichtig ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ist. Gemeinsam über das eigene Verhalten in Konfliktsituationen nachzudenken, ist wichtig um Reaktionen zu überdenken. In Rollenspielen aus der Bibel und schülereigenen Erfahrungen können mögliche Konfliktsituationen gestellt, Handlungs- und Gesprächsmuster eingeübt werden.                                                                                                                                                    Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe: Loslassen – Aufbrechen die Begriffe „Loslassen“ und „Aufbrechen“ reflektieren sich mit den Erfahrungen Los-lassen und Aufbrechen auseinandersetzen den Begriff „Weg“ mit (Alltags-)Sprachbildern in Verbindung bringen das Symbol „Weg“ in seiner Doppeldeutigkeit (Tatsache und Geheimnis) verstehen den eigenen Lebensweg bildnerisch gestalten und reflektieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Berufungsgeschichten (Gottvertrauen, Loslassen und  Aufbruch) aufzeigen Genesis 22, 1-13 im Kontext seiner Entstehungsgeschichte deuten und auf heutige Erfahrungen übertragen Das Los-lassen von Isaak im Zusammenhang mit den verschiedenen Verlustsituationen (Heimat,  Ismael, Hagar, Sara…) deuten das Bildwort Jesu „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6) kennen und deuten Die Erzählung der Berufung als ein Loslassen und Aufbrechen mit Jesus deuten Mit Konflikten und Krisen umgehen die Begriffe „Konflikt“ und „Krise“ reflektieren und unterscheiden sich menschlicher Konflikte und Krisen bewusst werden und die damit verbundenen Gefühle und  Ansprüche zum Ausdruck bringen              sich mit unterschiedlichen Krisen- und Konfliktsituationen biblischer Personen auseinandersetzen Bewältigungsstrategien von Konflikten bedenken und sich damit auseinandersetzen   Inhalte und Methoden, die zu den  Kompetenzen hinführen: Loslassen - Aufbrechen                                                                                                                           (6 Std. Kernthema / 6 Std. Wahlthema) Begriffe: Los-lassen, Auf-brechen Einfühlungsspiele und Fallbeispiele zu Auf-brechen und Loslassen Sprachbilder: auf dem Weg sein, unterwegs, Wegweiser, Weggabelung, Holzweg, Irrweg, Um-weg, Ab-weg,  Ausweglosigkeit, Leidensweg                    Berufsweg, Lebensweg, Wegbegleiter… Symbol Weg Auf meinem Lebensweg (Wegbegleiter, wichtige Lebensereignisse aufzeigen…) Berufung und Aufbruch Abrahams Berufung des Mose Abrahams Opfer Religiöse Sprache / Metapher: „Ich bin der Weg“ Die Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20 ) Mit Konflikten und Krisen umgehen                                                                                                           (15 Std. Wahlthema)  Konflikt, Krise  Konflikte und Krisen haben viele Gesichter  Abraham und Sarah in Ägypten (Hagar) „Abraham und Lot Sodom und Gomorra Hagar und Ismael Abrahams Opfer Mose erschlägt einen Ägypter David und Batseba David und Nathan Und meine Konflikte? Rollenspiele zu Bewältigungsstrategien z.B. das Problemgespräch