AN DER GRONDSCHOULThema: Im Anderen den Nächsten sehen Z3/1Unser Leben – ein Balanceakt Z3/2Didaktische BegründungZ3/1Kinder leben in Beziehungen, in denen sie sich entwickeln können. In der Familie kann das Kind Zuwendung und Geborgenheit erleben, ohne dass es eine Vorleistung erbringen muss. Wird es älter und somit auch autonomer, kommt es in Berührung mit anderen Menschen.Das Kind entwickelt eine Nähe zu Menschen, die außerhalb der Familie stehen. Diese Nähe, die den Anderen zum Nächsten macht, fordert aber auch eine Verantwortung diesem gegenüber.Andersherum muss das Kind lernen es zu zulassen, dass der Andere sich als Nächster zeigt ( Helfen und sich helfen lassen).In der Parabel vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) kommt diese Wechselwirkung gut zum Ausdruck. Es wird auch deutlich, dass Glaube unabdingbar mit tätiger Nächstenliebe verbunden ist. Bei der Auseinandersetzung mit dieser Beispielerzählung wird deutlich, wie „menschlich“ Priester und Levit gehandelt haben, an vielen Beispielen aus dem eigenen Leben kann das Kind dies nachvollziehen.Es wird erkennen, dass zu einer echten Beziehung, die Liebe notwendig ist. Wenn wir unseren Nächsten nicht lieben wie uns selbst, bleiben wir „Priester und Levit“. Erst die (Menschen)Liebe - unabhängig von jeglicher religiösen, ideologischen, nationalen, sozialen Begrenzung - macht uns gegenseitig zu Nächsten im Sinne des Reich Gottes-Gedankens. Wird das Liebesgebot unter den Menschen verwirklicht, so ereignet sich ein Stück Reich Gottes.Z 3/2„Ich bin wichtig - Du bist wichtig - die Welt ist wichtig - die Balance zwischen alledem ist lebenswichtig.“ (Ruth Cohen)Ein Gleichgewicht im „Lebensmobile“ ist nur herzustellen, wenn diese einzelnen Elemente im Einklang miteinander sind. Früh schon erfahren viele Kinder: „Ich bin wichtig“. Ihren Eltern sind sie das Wichtigste, unverwechselbar, einmalig, einzigartig. Später erleben sie aber immer wieder Rückschlge, die ihr positives Selbstbild ins Wanken bringen und sie fühlen sich im Ungleichgewicht. Sie sehen ihre Stärken, Begabungen, Talente aber auch ihre Schwächen und Fehler.In der Familie, im Freundeskreis und in der Schule kommen die Kinder mit dem Du, dem Nächsten, in Beziehung. Sie merken, dass jeder ein Teil eines Wir ist. Hier zeigt sich der schwierigste Teil der Gleichgewichtsfindung: Wie kann ich meinen Nächsten so annehmen, wie er ist, wie mit ihm in Frieden leben? Wie damit umgehen, wenn andere durch ihr Verhalten mein Gleichgewicht (zer)stören?Auch die konkrete Umwelt, in die wir hineingeboren werden, prägt und bestimmt unser Leben entscheidend. Wie können wir mit dieser Welt in Einklang leben, ihre Geschöpfe schützen, die Natur bewahren?Damit Leben gelingen kann, müssen die vorherigen Elemente in Einklang gebracht werden. Sobald der Schwerpunkt sich von der Mitte weg verlagert, droht das Leben zu kippen, aus der Bahn zu geraten. Im Religionsunterricht wird eine weitere Dimension wichtig: im Gleichgewicht sein mit Gott.Jesu Zuwendung zu den Menschen befreit und bringt das Leben von Menschen in Einklang (Zachäus, Sünderin...). Er ermöglicht einen Neuanfang. Durch Schuld (Fehler, Versagen) entsteht immer wieder Ungleichgewicht im Leben. Meine Beziehung zu mir, dem Nächsten, der Umwelt und zu Gott wird dadurchgestört. Dies erkennen und bekennen eröffnet Chancen: Umkehr, Neuanfang, Gesten der Versöhnung, Sakrament der Beichte als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu Gott.Im Gleichnis vom guten Vater zeigt sich die Liebe Gottes zu den Menschen die Wege eröffnet, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe: •Die Nähe des Anderen bewusst erspüren und sich darauf einlassen• Den Begriff „der Nächste“ sprachlich erfassen•Sich mit den verschiedenen Personen aus der Parabel vom guten Samariter auseinandersetzen und auf die eigenen Erfahrungen beziehen• Erkennen, dass Glaube zu liebendem Handeln am Nächsten auffordert und das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe kennen•Die Antwort der Parabel auf die Frage „wer ist mein Nächster“ auf (eigene) Lebenssituationen übertragen•Im Vergleich der Erzählung von Maria und Martha und der Parabel vom barmherzigen Samariter erkennen, dass unterschiedliche Situationen des Lebens ihre Herausforderungen haben: Zeit zum (Zu-) Hören, Zeit zum Handeln•Den Begriff Reich Gottes mit der Parabel vom barmherzigen Samariter und anderen bekannten biblischen Erzählungen verbinden --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------•Experimentieren: ein Mobile ins Gleichgewicht/Ungleichgewicht bringen•Anhand biblischer Textstellen erkennen, wann ich selbst im Gleichgewicht/Ungleichgewicht bin (mit mir, mit dem Nchsten, mit der Natur, mit Gott)•Beispiele suchen, wann ich im Gleichgewicht/Ungleichgewicht bin•Erkennen dass durch Ungleichgewicht (Snde, Schuld) vieles imLeben von Menschen ins Wanken kommen kann und menschliche Beziehungen und die Gottesbeziehung belastet werden•Erkennen, wie Jesus mit Schuld Anderer umgeht.•Das Gleichnis vom guten Vater kennen•Die verschiedenen Formen von Ungleichgewicht im Gleichnis und im eigenen Leben aufzeigen•Erkennen, dass Umkehr erforderlich ist, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen•Erkennen, dass im Gleichnis Annahme ohne Vorbedingung neues Leben ermöglicht Erfahrungen des Angenommenseins zum Ausdruck bringen (in Gesten, Bildern, Symbolen, Liedern …)•Das Schuldbekenntnis kennen und seinen Text aufsagen können•Die Beichte als Sakrament der Versöhnung kennen•Nachvollziehen, wie schwierig es ist, ein „Welt-Mobile“ ins Gleichgewicht zu bringen => auf dem Weg zum Reich Gottes•Nachvollziehen, dass jeder seinen Beitrag dazu leisten muss und verantwortlich istInhalte und Methoden, die zu den Kompetenzen hinführen:•Durch Einfühlungsspiele und in Fallbeispielen erkennen, wer mein Nächster ist • Wortspiele: Nächste, nahe, sich nahe sein, Nähe spüren, ...•Erzählung vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37)•Rollenspiele z.B. sich in die verschiedenen Personen hineinversetzen, auch Perspektivwechsel herstellen • Verschiedene Kunstbilder zur Erzählung• „Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst“• Menschen in Situationen von Not barmherzig - mit dem Herzen - sehen• Maria und Martha (Lk 10,38-42)• Parabel vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37)•Reich Gottes in biblischen Erzählungen: „Blinde sehen wieder, Lahme gehen … ,“ (Lk 7,22) Zachäus,Jesus und die Kinder …----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------•Mobile-im Gleichgewicht/Ungleichgewicht sein (Fotos, Artikel, Geschichten…)•Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst•Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und hüte Gen 2,15•Gleichgewicht: Vertrauen, Ehrlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft,•Rücksichtnahme, Dankbarkeit, Zivilcourage, Verständnis, Liebe………•Ungleichgewicht: Neid, Rivalität, Verletzungen, Stress, Gewalt•Geschichte: Der Kloß•Jesus und die Ehebrecherin•Das verlorene Schaf, Zachäus …•Das Gleichnis vom guten Vater - vom verlorenen Sohn Lk 15,11-32•Gott gibt immer wieder eine neue Chance•Erählung: Die Brücke, der selbstsüchtige Riese•Die beiden Brüder auf dem Berg Morija•Das Schuldbekenntnis•Das Sakrament der Beichte•Weltmobile der Gerechtigkeit: alles im Gleichgewicht (Ich selbst, der Nächste,die Schöpfung, Gott)•Spiele zum Erlangen sozialer Kompetenz: Expedition zum Nordpol, der Brückenlauf…(Kees de Kort)