AN DER GRONDSCHOULThema: Mit meiner Zeit umgehen 3/1 Didaktische BegründungZ3/1Die Zeit lässt sich messen, vergleichen, einteilen, festlegen, planen… Sie ist ein prägendes, orientierendes undstrukturierendes Element im Leben der Menschen (Lebenszeit, Jahreszeit, Kirchenjahr, Tagesablauf, Arbeitszeit…).Die Zeitwahrnehmung der Kinder ist zunächst zyklisch (Tag-Nacht) bestimmt, später dann linear (vorgegebeneZeitschemata). Kinder erleben und empfinden diese Zeit anders als Erwachsene, nämlich als integralen Teil ihres Da-Seins. Stress, Medien, Spiel, Arbeit, Freizeit, aber auch Stille und Rituale sind Teile ihres Lebens, die es sich lohnt inder Schule anzusprechen und zu hinterfragen.Wie sieht es mit meinem Zeitdruck aus? Wie teile ich meine Zeit ein? Wie gehe ich mit ihr (und damit mit mir) um?Wie gehen andere mit meiner Zeit um?Der Religionsunterricht trägt dazu bei, Zeit zu reflektieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen Eigenverantwortungübernehmen und zu einem bewussten Umgang mit der Zeit ermutigt werden.Dabei ist Zeit für Stille notwendig, um bewusst wahrzunehmen. So werden Achtsamkeit und Sensibilität für die Weltgefördert. Stille schafft Raum für die Suche zur eigenen Mitte und zu Gott.Der Prediger Kohelet mit seinem biblischen Text „Alles hat seine Zeit“ ermutigt zu Gelassenheit und provoziertWiderspruch in seinen Gegensatzpaaren. Es gibt eine Zeit zum (Zu-) Hören, es gibt eine Zeit zum Handeln. In der Erzählung von Maria und Martha sowie dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter (mein Nächster ist der, der mich jetzt braucht) wird dieses Gebot der Stunde deutlich. Z3/2Um die persönliche Entwicklung der Kinder zu fördern, ist es wichtig, den Prozess der Identitts- und Selbstfindung unterstützend zu begleiten. Nicht das Nachahmen Anderer ist für ein gelingendes Leben entscheidend, sondern das Entwickeln des eigenen Lebensentwurfes. Die Suche nach dem eigenen Weg durch das Leben kann labyrinthartige Formen annehmen.Kinder erleben, dass sie Fähigkeiten und Talente haben, auf die sie stolz sein können. In der Gemeinschaft der Klasse spüren sie aber auch, dass sie unterschiedlich begabt sind. Hier entsteht ein Spannungsfeld: Fähigkeiten sollen sowohl dem individuellen Glück als auch der Entfaltung in der Gemeinschaft zugutekommen. Dabei wird deutlich, dass sie nicht nur Talente haben, sondern auch an Grenzen stoßen. Manche Begrenzungen lassen sich so verändern, dass sie positiv zu einem persönlichen Entwicklungsprozess beitragen. Eine realistische Einschätzung seiner selbst führt aber auch dazu, unveränderbare Begrenzungen innerlich anzunehmen.Die Kinder sollen darüer hinaus erfahren, dass jeder sich einbringen kann, weil die Gemeinschaft unterschiedliche Gaben braucht (vgl. 1 Kor 12).Der Religionsunterricht kann die Kinder auf ihrem Weg zu einer positiven und zugleich realistischen Einschätzung der eigenen Persönlichkeit begleiten.Ich-Bejahung und Eigenliebe verbunden mit der Achtung der Mitmenschen (Nächstenliebe) sind dabei wichtige Voraussetzungen. Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe: •Den Begriff Zeit* in seiner Vielfalt wahrnehmen und anwenden: Tageszeiten, Lebenszeit, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, das Jahr, Gefühl für die Zeit, Lieblingszeit•Sprachbilder im Zusammenhang mit Zeit deuten•Eigene Erfahrungen mit der Zeit beschreiben und analysieren•Gefühle bedenken im Zusammenhang mit Zeit füreinander haben – keine Zeit füreinander haben •Zeit, für die eigene Befindlichkeit und Spiritualität als wertvoll erleben und beschreiben•Den biblischen Text Koh 3,1-8 in seiner Bedeutung erfassen und eigene Aussagen dazu formulieren •Im Vergleich der Erzählung von Maria und Martha und dem Parabel vom barmherzigen Samariter erkennen, dass unterschiedliche Situationen des Lebens ihre Herausforderungen haben: Zeit zum (Zu-) Hören, Zeit zum Handeln-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------•Sich der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten bewusst werden• Erfahren, dass Stille, Besinnung und Meditation dazu beitragen, zusich selbst zu finden• Im Zusammenhang mit dem Doppelgebot der Liebe sich mit Stärkenund Schwächen annehmen und die eigene Person als liebenswert erkennen•Eigene Fähigkeiten erkennen und reflektieren•Sich eigener Ziele und Grenzen bewusst werden•Das Labyrinth als Lebensweg zu sich selbst deuten•Erkennen, dass manche Grenzen veränderbar resp. unveränderbar sind•Eigene Erlebnisse in diesem Zusammenhang zur Sprache bringen und Erfahrungen der Bewältigung austauschenErkennen, dass eigene Grenzen im Gottvertrauen überwindbar sein können•Den anderen als Weg zu mir selbst entdecken•Die Fähigkeiten anderer entdecken und anerkennenInhalte und Methoden, die zu den Kompetenzen hinführen:•Zeitspiele: Zeitstühle - Zeitreise (Fantasiereise), Schatztruhe mit tickender Uhr, Zeitlupe - Zeitraffer •Verschiedene Uhren, Sanduhr.., •Meine Lebenszeit: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft•Zeit verfliegt, kriecht, steht still, läuft, davon ist langweilig, kurzweilig •Wie verbringe ich meine Zeit? Wie „tickt meine Uhr“… •Uhr basteln und Lieblingszeit einstellen, •Frederick, Leo Lionni•Die Geschichte von der verlorenen Zeit (Mühlberger)•Zeit an jemanden verschenken (Zeitgutschein ausfüllen)•gegenseitige Massage und Achtsamkeitsübungen (Ruhe, Stille,• Meditation, Atemübungen, Weg zur Mitte, Krafttanken, •Bild malen mit den Farben der Zeit, Kinder malen ihren Ort der Stille•Jesus geht in die Stille um zu beten•Psalm 31,16 Meine Zeit steht in Gottes Händen•Koh 3,1-8 •Maria und Martha (Lk 10,38-42)•Parabel vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37)-----------------------------------------------------------------------------------------------------•Wer bin ich?•Geschichte ‚Antwort aus der Stille’•Stilleübungen, Meditationsbungen•„Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lk 10,27)•Was steckt alles an Fähigkeiten in mir?•Was ich kann! Muss ich alles können?•Spiele zur Selbsterfahrung•Legende von Christophorus•Labyrinth•Menschen, mit ihren Begrenzungen (Helen Keller, Don Bosco beim Frisör …)•Wie gehe ich mit meinen eigenen Grenzen um?•„Ich kann das nicht, ich bin noch zu jung“ (Jer 1,6) „Mit meinem Gott springe ich über Mauern“ Psalm 18, 30•Vom Ich zum Du•Der eine Geist und die vielen Gaben (1 Kor 12)(Quelle: Alle Zeit der Welt)Wer bin ich? Meine Fähigkeiten - meine Grenzen 3/2