AN DER GRONDSCHOUL Thema: Wo Menschen sich „zuhause“ fühlen können (Z2/1) Was Menschen trennt - was Menschen zusammenführt (Z2/2)Didaktische BegründungZ 2/1:In jeder Zivilisation finden wir Lebensräume vor, die bereits festgelegt sind. Kann ich in so von anderen gestalteten Räumen meinen Platz finden? Anfänglich ist die Fremdbestimmung dominant, mit zunehmendem Alter gewinnt das Kind an Gestaltungsfähigkeiten. Gestaltungsmöglichkeiten sollten den Kindern in ihren Lebensräumen (Haus, Schule, …) eröffnet werden. Dabei ist das familiäre, soziale und schulische Umfeld prägend. So kann es ihnen gelingen sich an verschiedenen Orten „zuhause“ zu fÜhlen, Orte an denen sie Beständigkeit, Stabilität und Geborgenheit finden sollten. Die Familie und die Klassengemeinschaft können Möglichkeiten bieten, dass Heranwachsende ihre eigene räumliche und soziale Umgebung gestalten, in der sie „ihren“ Platz erspüren können. Die religiösen Traditionen finden ihren Ausdruck in sakralen Bauten und erzählen von Begegnungen zwischen Mensch und Gott. Kirchen und Kapellen laden durch ihre Architektur und Atmosphäre zu besonderen Raumerfahrungen ein. Sinnstiftende Rituale und Werte bestimmen die lebensfördernde Gestaltung dieser Lebens - und Begegnungsräume mit. In unserer globalen Welt leben Menschen in unterschiedlichen Lebensräumen. Auch in unserer multikulturellen Gesellschaft machen Kinder Erfahrungen mit Menschen aus diesen „Lebenswelten“. Es macht Sinn, deren „Zuhause“, Land und Kultur kennen zu lernen. Gottesdiensträume von Kindern anderer Konfessionen und Religionen öffnen den Blick für deren religiöses Zuhause.Z2/2:Die Kinder wachsen in verschiedenen Gesellschaftsbereichen auf: Familie, Kinderkrippe, Schule, Freundeskreis, Sport und Freizeitklubs. Das Leben in einer Gemeinschaft, erfordert soziale Einstellungen und Verhaltensweisen. Unsere Gesellschaft tendiert zu einer Individualisierung. Neben den positiven Effekten dieser Entwicklung, besteht die Gefahr, dass Kinder nicht genügend vorbereitet werden, Kontakte aufzubauen, den Anderen als gleichwertig anzusehen und solidarisch zu handeln. In der biblischen Erzählung des Turmbaus von Babel zeigt sich, was Menschen trennen kann: wenn jemand sich gro¿ machen will und nur das Ziel verfolgt sich einen Namen zu machen. Auf einmal versteht man sich nicht mehr, obwohl man dieselbe Sprache spricht. Die Turmbaugeschichte hat nichts an Aktualität verloren. Das Pfingstereignis ist das Gegenstück zu Babel: Menschen, die sich fremd waren verstehen sich; Menschen, die zurÜckgezogen und ängstlich waren, werden frei, gehen aufeinander zu und bauen Neues auf. Eigene Grenzen überwinden, eine gemeinsame Sprache finden, die verbindet; der Erwerb solcher interkultureller und interreligiöser Kompetenzen innerhalb unserer pluralistischen Gesellschaft ist unerlässlich. Inhalte und Methoden, die zu den Kompetenzen hinführen: Meine Traumplätze: reale und geträumte Plätze (Baumhaus, Zelt, Spielecke, Klassenraum …) Kinder malen, bauen, legen Häuser, sie spielen „Haus“ Lebens(t)räume in anderen Kulturen Entdeckungsreise durch unsere Kirche (Kapelle) Kirchenräume durch Stille, Gesang und Gebet erleben Gottesdiensträume z. B. in der Schule gestalten und dort feiern----------------------------------------------------------------------------------------- Gestalterische Übungen zum Erleben von Gemeinschaft Verschiedene gemeinsame Aktivitäten, die das kollektive Erleben fördern Geschichten, in denen jemand sich „groß“ machen will, wie z.B.; Theodor und der sprechende Pilz, Bolla- Bolla, der Kinderschreck Der Turmbau von Babel,Gen11,1-9 Das Pfingstereignis, Apg 2,1-13Folgende Kompetenzen fördern die Entwicklungsaufgabe: Orte benennen resp. ausdenken, an denen ich mich geschützt und geborgen fühle Eigene Vorstellungen von „Zuhause“ kreativ gestalten Lebens(t)räume anderer Kinder in der Welt kennen und vergleichen Wesentliche Merkmale einer Kirche benennen Gottesdiensträume gestalten und als Orte der Geborgenheit, der Stille, des Gesangs und des Gebetes respektieren-------------------------------------------------------------------------------------- Begreifen, dass Leben stets auf Gemeinschaft angewiesen ist Erkennen, was Menschen zusammen bringt Sich kritisch auseinandersetzen mit dem Streben verschiedener Menschen, sich „groß“ machen zu wollen In der alttestamentarischen Erzählung vom Turmbau von Babel, die Gründe für eine Trennung zwischen Menschen,ausmachen Die metaphorische Doppeldeutigkeit des Ausdrucks „nicht mehr verstehen“, wahrnehmen und dies auf die eigene Lebensgemeinschaft beziehen Die Erzählung des Pfingstereignisses als Gegenstück zur Erzählung vom Turmbau von Babel entdecken und dies darstellen Die Kraft des Heiligen Geistes als Überwindung von Sprachgrenzen deuten